Warum? Und wie die Ponys trauern

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Leserbrief. In den letzten Augusttagen musste die bisher unzertrennliche Ponyfamilie einen herben Schicksalsschlag hinnehmen! Was war geschehen?

Wie jeden Abend holte ich die Tiere bei Einbruch der Dämmerung von der Koppel nach Hause. Normalerweise würde die Stute als Leittier alle anderen Ponys zusammenrufen und sich mit diesen am Zugangstor einfinden. Nicht jedoch an diesem Abend – sie kam nicht. Schließlich fand ich sie auf der Mitte der Weide mit Schaum vor dem Mund und sehr wackelig auf den Beinen. Sie schaffte es langsam bis nach Hause, wonach ich meinen Tierarzt anrief, der sich allerdings im Urlaub befand.

Nach zahlreichen Telefonaten konnte ich einen Vertreter finden, der zunächst eine Verstopfung in der Speiseröhre vermutete. Während der Behandlung stellte er Vergiftungssymptome fest, wobei sich die Lippen blau färbten und sich ihr Zustand, mit akuter Atemnot einhergehend, in kurzer Zeit verschlechterte.

Der Tierarzt versuchte, sie mit Cortisonspritzen zu retten und ich hielt sie ständig auf den Beinen und entfernte den Schleim aus ihrem Maul. Sie hat es dennoch nicht geschafft und verlor um 2.30 Uhr ihr Leben.

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Bei der Suche nach den Ursachen war der Tierarzt zunächst der Meinung, sie hätte Giftpflanzen gefressen. Allerdings weiden die Tiere seit nunmehr 16 Jahren auf der Koppel zwischen „Schöne Aussicht“ und „Grahügel“. Hier gab es noch nie Giftpflanzen und auch ein gründliches Absuchen der Weidefläche und Einzäunungen am Folgetag hat nichts anderes ergeben.

Die drei verbliebenen Ponys trauern nun um den Verlust, indem sie stundenlang in ihrem Unterstand stehen und in die dunkelste Ecke starren. Daneben haben sie ihr Gesamtverhalten geändert. Sie trotzen, bleiben auf dem Weg zur Weide störrisch stehen, lassen sich nicht anleinen und wollen nicht nach Hause.

Zahlreiche Kinder und Pferdefreunde aus unserem Wohngebiet sind geschockt und versichern, jetzt sehr aufmerksam das Geschehen um die Ponys zu beobachten. In meinem Empfinden lösen sich Wut und Trauer ab, aber das ist sicher so gewollt!

Ich werte diesen Vorfall als eine geglückte Folge der Aktion vom November vorigen Jahres, als in der Dunkelheit der Weidezaun gewaltsam geöffnet wurde ein Pony ausbrechen konnte. Solche Aktionen werden inszeniert, um Menschen an ihrer empfindlichsten Stelle zu treffen. Die Tiere werden zum Opfer und Mittel zum Zweck.

Wer so etwas tut, soll genauso enden!

Hubert Henneberger
Themar

Fotos: Privat

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